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10 Beschäftigungstipps für Kinder oder: Wie wir unseren Alltag planen, während die Schulen geschlossen sind

10 Beschäftigungstipps für Kinder oder: Wie wir unseren Alltag planen, während die Schulen geschlossen sind

Seit Freitag ist es offiziell: Auch Berlin schließt alle Schulen voraussichtlich erst einmal bis zum Ende der Osterferien. Als Sicherheitsmaßnahme. Um der zu schnellen Ausbreitung des Coronavirus ein wenig entgegenzuwirken.
Fünf Wochen sind unsere 8- und 9-jährigen Mädels nun zuhause, während wir voraussichtlich Homeoffice machen müssen. Uff.

Da ist guter Rat teuer. Wir haben uns zusammengesetzt und einen Schlachtplan ausgearbeitet. Denn die Kinder in dieser Zeit einfach machen lassen, dürfte über kurz oder lang in Chaos enden. Jetzt heißt es Alltag strukturieren, damit jeder von uns seine Aufgaben schafft.
Darum haben wir in der Familienkonferenz die folgenden Dinge besprochen.

Punkt 1: Essen

Die Kinder werden viel mehr als sonst zuhause essen. Da gilt es gut zu planen, damit es allen schmeckt und man nicht mehr Zeit als nötig in der Küche verbringt.

Also haben wir einen Essensplan erstellt. Und auch gleich entschieden, wer wann bei welchem Gericht mithilft. Einige Gerichte können die zwei sogar schon ganz allein zubereiten. Da können sie sich jetzt super einbringen. Sie haben gleich die Kochbücher gewälzt und Klebezettel verteilt.
Da dürfte es in nächster Zeit wohl noch mehr Rezepte auf meinem Blog geben.

Ein guter Tipp ist, gleich mehr zu kochen, dann steht man nicht jeden Tag in der Küche. Du kannst einfach eine ganze Packung Nudeln oder ein Netz Kartoffeln zubereiten und daraus dann mehre Tage verschiedene Gerichte zubereiten.

Dieses tägliche Mittagessen ist eine echte Herausforderung für uns. Bisher mussten wir uns darum nicht kümmern, da die Kinder in der Schule Mittagessen bekommen haben. Aber mit dem Essensplan müssten wir das Ganze gut in den Griff bekommen.

Und noch ein Vorteil hat solch ein Essensplan: Du kaufst nur ein, was du wirklich benötigst. Das führt zu weniger abgelaufenen oder verschimmelten Lebensmitteln.


Punkt 2: Lernen

Diese Zwangspause ist eine gute Gelegenheit alten Schulstoff zu festigen. Die Mädels besuchen die 2. bzw. 4. Klasse einer Grundschule. Laut unserer Schulleitung sollen die Kinder zu Hause lediglich Übungs- und Wiederholungsaufgaben erledigen. Weiterführender Unterricht soll daheim nicht stattfinden.

Die Lehrer haben eine Menge Aufgaben und alle Schulhefte mitgegeben, so dass die Kinder ein bis zwei Stunden am Tag für die Schule arbeiten werden. Da die zwei sehr gut in der Schule sind, halten wir diese Zeit für ausreichend.

Wenn die Aufgaben der Lehrer erfüllt sind, haben wir noch eine Menge Lernhefte und Rätselblöcke, für die nun endlich einmal Zeit ist.

Die grauen Zellen müssen schließlich in Schwung gehalten werden.

Lernhefte


Außerdem gibt es im Internet diverse Lernplattformen, die du nutzen kannst.
Die Aufgaben von Grundschulkönig nehmen wir beispielsweise öfter zum Lernen und Vertiefen.

Zusätzlich zum Schulstoff werden die Kinder natürlich mehrmals wöchentlich ihre Instrumente zur Hand nehmen und üben, damit die Finger nicht einrosten.

Punkt 3: Mediennutzung

Wir haben besprochen, dass die Mediennutzung von einer halben Stunde an Wochentagen etwas gelockert wird. Abends werden wir sicher öfter einen Film schauen, der natürlich weitaus länger geht.

Für Bildungsprogramme erlauben wir für diese besondere Zeit eine unbegrenzte Mediennutzung.
Heißt, wenn sie Programme schauen, bei denen sie etwas lernen, dürfen sie auch mehr als eine Folge sehen. Wir wissen, dass die beiden deshalb nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen werden. Dafür gibt es noch viel zu viel anderes Spannendes.
Aber mit einem verschmitzten Lächeln werden sie sicher die ein oder andere Lernsendung einfordern und dann gleich zwei oder drei Folgen sehen wollen. Das geht für uns in Ordnung, denn hier schnappen sie viel auf, was sie später in ihrem Schulalltag gebrauchen können.

Auf KiKA wird in der schulfreien Zeit vermehrt ein Mix aus Informationsangeboten, Nachrichten und Wissensmagazinen unter dem Titel @gemeinsamzuhause zu sehen sein.
Dazu zählen beispielsweise die Kindernachrichten „logo!“, „Löwenzahn“, „Anna und die wilden Tiere“, „Checker Tobi“ oder „Wissen macht Ah!“.

Auf Netflix gibt es die tollen Dokumentationen „Unser Planet“ oder „Die Erde bei Nacht“ oder auch eine Serie, die ich noch aus meiner Kindheit kenne: „Es war einmal das Leben“.

Außerdem bietet Planet Schule ein umfangreiches Angebot an Wissenssendungen verschiedenster Themengebiete an.

Toll ist auch das Angebot in der ARD Mediathek „Lernen, wenn die Schule zu ist“.
Außerdem hat das Erste hier einen Überblick über die verschiedenen Lernangebote unter dem Titel „Schule daheim“ veröffentlicht.

Die Lieblingsserie auf Englisch gucken zu lassen, ist auch ein gute Lernquelle und fühlt sich so gar nicht nach Schule an.

Logo! Nachrichten


Außerdem werden wir Spotify wieder auf unser Zu-Hause-Handy spielen. Dann haben sie unbegrenzten Zugang zu Hörspielen und Musik. Wir haben es schon einmal versucht, da ging es aber schief.
Zu groß waren die Streitereien darüber, wer es wann benutzen darf. Also habe ich die App wieder gelöscht.
Mal sehen, ob sie etwas daraus gelernt haben.

Der große Wurm schreibt gern Geschichten und am allerliebsten tut sie das am Laptop. Das wird ihr weiterhin unbegrenzt erlaubt sein, genau wie Lernprogramme am Rechner. Das geht natürlich auch immer.

Sie dürfen auch gern nach Lust und Laune weiter ihre Spiele mit Scratch programmieren, wie sie es bei dem Kurs bei der Haba Digitalwerkstatt gelernt haben.

Bei all diesen Punkten werden wir in der nächsten Zeit nicht ganz so genau auf die Zeit schauen. Wenn sie es natürlich entgegen unseren Erwartungen massiv übertreiben, dann werden wir uns erneut zusammensetzen.

Mediennutzung


Punkt 4: Lesezeit

Zusätzlich zu der Stunde Schulzeit haben wir ebenfalls eine Stunde Lesezeit vereinbart.
Nicht, dass man die beiden Bücherwürmern zwingen müsste zu lesen. Aber wir befürchten, dass die Tage ungenutzt verfliegen, wenn nicht weiterhin eine gewisse Struktur den Tag bestimmt. Auf Dauer kann das unzufrieden machen. Also habe ich viele neue Bücher besorgt. Da wird dieser Punkt nicht schwer fallen. Und wir können in Ruhe arbeiten.

Bücherregal


Punkt 5: Spiele spielen


Gesellschaftsspiele oder Kartenspiele gehen immer bei uns. Jetzt ist viel Zeit, die vielen alten und neuen Spiele herauszuholen. Darauf freue ich mich schon.
Tipps für unsere liebsten Spiele findest du hier und hier auf meinem Blog.

Punkt 6: Bewegung und frische Luft

Da die sportlichen Hobbys der Kinder ebenfalls auf unbestimmte Zeit ausgesetzt sind, ist Bewegung an der frischen Luft besonders wichtig, um dem Lagerkoller vorzubeugen und die Gehirne zu durchlüften. Jede Art von Bewegung ist hier gern gesehen. Wir werden Fahrrad fahren, im Garten spielen oder spazieren gehen. Zum Glück wird in dieser Woche in Berlin wunderschönes Frühlingswetter.

Ich halte sehr viel von der Kombination aus Spaß und Nützlichem. So werden wir die Kinder beispielsweise zur Gartenarbeit animieren. So bekommen sie frische Luft und der Garten wird frühlingsfit gemacht.


Außerdem werden wir Yoga machen und drinnen toben, wenn das Wetter ein längere Anwesenheit draußen nicht zulässt.

Punkt 7: Bettzeiten

Wir haben die Zubettgehzeiten aufgehoben. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie bis Mitternacht herumspringen dürfen. Aber wir stehen auch nicht ständig hinter ihnen und treiben sie an, damit sie auch ja pünktlich ins Bett kommen. Das ist für alle Beteiligten sehr entspannend.

Wir werden wohl abends meist noch einen Film schauen, Karaoke singen oder ein Spiel spielen. Und gegen 22 Uhr ist dann langsam Schluss. Das hat den netten Nebeneffekt, dass die Mädchen morgens erst gegen 9 Uhr aufwachen. Was uns die Möglichkeit verschafft, schon ein bisschen zu arbeiten, oder auch hin und wieder etwas länger liegen zu bleiben. So verschiebt sich unser üblicher Tagesablauf einfach ein Stück weit nach hinten.

Punkt 8: Kreativitätsstunde

Das wird es vermutlich nicht jeden Tag geben, aber nach Lust und Laune oder schlechtem Wetter holen wir mal wieder all unsere Bastel- und Zeichensachen heraus. Ich bin im Basteln nicht besonders geschickt, darum stelle ich ihnen meist alles Notwendige in die Mitte des Tisches und lasse sie machen. Da kommen die schönsten Sachen bei heraus.


Außerdem steht Ostern vor der Tür. Was läge da näher, als mit den Kindern eine kleine Osterbastelei zu veranstalten.

Auf meinen Pinterest-Board Basteln mit Kindern findest du viele Inspirationen.

Punkt 9: Frühjahrsputz

Egal ob Homeoffice, Ausgangssperre oder Quarantäne: Es ist gerade der perfekte Zeitpunkt, um mal wieder gründlich auszumisten und die Wohnung oder das Haus auf Vordermann zu bringen.
Wenn alle den ganzen Tag zu Hause sind, fällt auch mehr Schmutz an. Darum werden alle mithelfen, damit wir uns in unseren eigenen vier Wänden wohl fühlen. Und mit Spaß und Musik geht alles besser.

Außerdem werden die verstaubten Wintersachen eingetütet, die Frühlingskleidung herausgeholt und geschaut, ob alles noch passt.

Und nicht zu vergessen das Dekorieren für Ostern. Die Kinder freuen sich schon auf das Aufhängen der Ostereier.

Punkt 10: Kontakte pflegen

Ganz wichtig ist, den Kontakt zu den Großeltern und der restlichen Familie und den Freunden zu halten. Wir wollen regelmäßig mit ihnen telefonieren oder Nachrichten schreiben. Vielleicht packen wir auch mit den Kindern zusammen ein Päckchen für die Großeltern, mit witzigen, nützlichen und schönen Sachen drin.




Wenn ich das jetzt alles lese, habe ich das Gefühl, die fünf Wochen reichen kaum aus.
Aber solch einen Plan zu haben wird uns helfen, gut über diese Zeiten zu kommen.

Ich hoffe, ich konnte dich mit unserer Familienkonferenz-Liste ein wenig inspirieren und du genießt die Zeit mit deinen Kindern.

Bleibt gesund und haltet durch.


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